8. September 2012

Chemiewerk Coswig, Rüdersdorf

























Zu dem ausgedehnten Werk ausserhalb Berlins in dem Ort Rüdersdorf lassen sich leider nur sehr wenige Daten zur Architektur finden. Um 1900 wurde hier eine Fabrik zur Herstellung von Brennkalk errichtet, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Preussag Besitzerin des Werkes, und eine Reihe der Bauten scheinen aus dieser Zeit zu stammen. In der DDR wurde die Fabrik als VEB Glühphosphatwerk Rüdersdorf erweitert und war vor allem für das Düngemittel Rükana bekannt, später gehörte es als Chemiewerk Coswig zum VEB Kombinat Agrochemie Piesteritz, geschlossen wurde es 1999.
Das Werk liegt burgähnlich am Ende einer Zufahrtsstraße jenseits eines Flußes, über den nur eine Betonbrücke führt. Diesseits der Brücke stehen ein paar kleine verlassene Fabrik- und Verwaltungsbauten, bei denen nicht klar ist, ob sie einst zum Werk gehörten oder ein eigenständiges Unternehmen darstellten. Zu der riesigen Anlage gehören neben zwei großen Hallen und den markanten Schornsteinen noch Verwaltungsgebäude, Labore, Silos und eine Reihe von bereits zerstörten Bauwerken; in den Laboren wurde eine Menge Einrichtung zurückgelassen, aber mit der Zeit komplett zerschlagen oder abgefackelt. Das Ganze macht durch seine Architektur und Anordnung einen etwas unwirklichen, surrealen Eindruck, so, als ob man sich durch eine Kulisse bewegen würde.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen